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Gebietsdarstellungen

Übersichtskarte
Wald
Berge und Flüsse

Gebietsbeschreibung

Allgemeine Lage

Die Wein- und Fremdenverkehrsorte ALF (ca. 900 Einwohner) und BULLAY (ca. 1500 Einwohner) befinden sich an der von Südwest nach Nordost in vielen Krümmungen und Schleifen fließenden, durch Stauwerke schiffbar gemachten MOSEL. Beide Gemeinden liegen ziemlich genau in der Mitte zwischen den Städten Trier und Koblenz (Luftlinie jew. ca. 50 km) und sind auf der linken Moselseite umgeben von den Bergen der Eifel und auf der rechten von denen des Hunsrücks (max. 400-500 m über NN). Die Süd-, Südwest- und Westhänge der Gebirge sind mit Weinbergen bepflanzt, während in den Flussniederungen fruchtbare Kleingärten mit Obstbäumen landestypischer Sorten zu finden sind. Der Hausberg der Gemeinde Alf ist der nordwestlich unmittelbar am Ort gelegene 398 Meter hohe SOLLIG. Südöstlich von Bullay befindet sich der KÖNIG mit 311 Meter über NN. Südwestlich werden beide Gemeinden von Arrasberg, Sternenwald und Prinzenkopf umgeben. 


Die Koordinaten der Ortschaften liegen in der Nähe des 50. Breitengrades und ca. 7° östlicher Länge.
Alf und Bullay sind römischen bzw. keltischen Ursprungs. Weinbau und Niederwaldwirtschaft sowie Streuobstwiesen um die Orte waren über Jahrhunderte ortsprägend. 


Die Ortslagen um Alf und Bullay entwickelten sich nach dem 2. Weltkrieges zunächst innerhalb der alten Ortsgrenzen. 


Seit den 70er Jahren begannen sich die Orte durch Baugebiete und andere Projekte in die Außenbereiche zu vergrößern. Dadurch und durch Umstrukturierungen in den Weinbergslagen kam es auch in jüngerer Zeit zu erheblichen Veränderungen in und um die Ortslagen.


Bereits 1823 entstand im Alfbachtal ein großes Eisenhüttenwerk mit dem Ortsteil Alf-Fabrik. Weitere historische Außensiedlungen sind der Ortsteil Höllenthal, der ursprünglich politisch nicht zu Alf gehörte, sowie die mittelalterliche Burg Arras. Die Auen von Alfbach- und Uessbachtal wurden über größere Stecken landwirtschaftlich genutzt 


In Bullay setzte nach der Eingliederung des Ortsteiles Neu-Merl ein weiteres Wachstum des Ortes in die Außenbereich ein. Insbesondere oberhalb der Bahnlinie entstanden größere Wohngebiete. 


Beide Ortslagen sind auch heute noch mit Baum- und Strauchbeständen durchsetzt. Dabei gibt es in den Ortslagen zwar nur vereinzelt Veteranen, dafür aber noch viele Obstbäume in Kleingärten und Grünsteifen, auch bei engster Ortskernlage. 


Gärten und Streuobstwiesen fallen brach, werden aber auch teilweise wieder neu in Nutzung genommen. 


Beide Ortschaften setzen heute sehr stark auf einen sanften Tourismus, in dem die Vorzüge der Kulturlandschaft Moseltal rund um den Weinanbau beworben werden.

Wald

Ursprünglich dominierte im Moseltal überwiegend die Buche. Dies wurde über Kelten, Römer bis zum heutigen Tag zu Gunsten der Eiche verlagert. Man brachte Licht ins Moseltal und begünstigte und bevorzugte die Eiche durch Nutzungen für Schiffsbau, Weinbau, Lohrinde, Brennholz und Niederwaldwirtschaft. Auf den trocken-felsigen Standorten über den Weinbergen finden sich heute Eichentrockenwälder mit Kirsche, Elsbeere und französischem Ahorn, vereinzelt Speierlinge. In den Tallagen der Seitentäler wachsen Bergahorn und etwas Esche. 


Mit der Einführung der nachhaltigen Forstwirtschaft vor 200 Jahren erfolgte der erste Anbau von Nadelhölzern wie z.B. die Fichte, Tanne, aber auch Douglasien und Weymouthkiefern. Nach dem zweiten Weltkrieg kam die sehr mühsame Niederwaldwirtschaft mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zum Erliegen und es erfolgten größere Umwandlungen von Niederwäldern in Douglasien- und Fichtenmonokulturen, teilweise auch unter Rodung von Stöcken. In den 80er Jahren wurde verstärkt die Amerikanische Roteiche angebaut. Seit 1990 wüteten erste größere Windwürfe im Nadelholz mit Borkenkäferkalamitäten in den Folgejahren. Im Jahr 2010 vernichtete der Orkan Xynthia dann einen Großteil dieser Nadelwaldumwandlungsflächen. Die Wälder von Alf und Bullay wurden dabei mit ca. 18.000 fm Windwurf sehr, sehr stark betroffen. Erstmal beklagte man auch flächige Würfe in der Eiche. In Bullay fiel ein für den Hirschkäfer bedeutsames Eichenaltholz um.

Mosel

Die Mosel ist hinter dem Rhein die zweitwichtigste Schifffahrtsstraße Deutschlands. Sie fließt durch Frankreich, Luxemburg und die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Der Fluss wurde durch den Moselvertrag von 1956 zwischen den Moselanliegerstaaten Deutschland, Luxemburg und Frankreich in den Jahren 1958 bis 1964 von Koblenz bis Metz kanalisiert und damit zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut. Der Anstau vor der Moselstaustufe führte zu einem dauerhaften Anstieg des Wasserpegels und zu einem Verlust von Auebereichen. Der überaus positiven Ausstrahlung der Mosel für den Weinbau (Kleinklima) und Landschaftsbild stehen negative Auswirkungen durch zum Teil sehr heftige Hochwasser in den Wintermonaten gegenüber. Alf, in einem Prallhangbereich und im Mündungsbereich des Alfbaches gelegen, stellt zur Abwehr eine Schutzwand, Bullay hat einen natürlichen Schutz, da der Ort in einem Gleithangbereich liegt.

Geologie und Boden

Die Mosel trennt Eifel und Hunsrück, zwei der vier Gebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Meist Schiefergesteine sowie Grauwacke mit vereinzelten Quarziteinlagerungen sind die bodenbildenden Gesteinsarten, allesamt devonischen Ursprungs, Kalk fehlt. Während in den Hanglagen steinige Böden die Regel sind, kommen in den Flussniederungen sandigere, skelettarme Böden vor. Auf den Plateaulagen der Moselhöhen tiefgründigere Decklehmschichten vereinzelt mit Staunässe. 


Für den Hirschkäfer sind die Bodenverhältnisse recht daher unterschiedlich zu beurteilen. 


Hohe Skelettanteile oder hoch anstehendes Grundgestein in Erosionslagen der Hänge können die Eignung der Böden für ihn im Einzelfall beeinträchtigen. In den Flussniederungen verbessert sich den Bodenqualität erheblich, vor allem durch höhere Sandanteile, Lucanus cervus weiß dies zu schätzen und trotzt dort den häufigen Hochwassern. Hierzu werden wir gesonderte Untersuchungen starten.

Hirschkäferwälder

Derzeit gestalten wir in Alf-Fabrik und Bullay zwei Hirschkäferwälder, um sichere Waldressourcen zu schaffen bzw. zu erhalten. 


Über einen Dritten wird derzeit noch verhandelt, hier könnte ein Brückenschlag in einen sonnenexponierte Niederwaldhang gelingen!

Hirschkäferwohnungen

In Bullay, Alf, Alf-Fabrik und Höllenthal werden wir Hirschkäferwohnungen der neuen Bauweise anlegen, um sichere Offenlandressourcen zu erhalten.

Hirschkäferstation Mittelmosel

Die Hirschkäferstation Mittelmosel wird im Forsthaus Alf angesiedelt und wird im Zentrum dieser Aktionen stehen. Von dort werden wir sowohl regional als auch überregional agieren und informieren.