ein Steckbrief Der Lebenszyklus Die Lebensräume Die Hirschkäferzeit Mythologie, Legende und Kunst

Der Lebenszyklus

Die Weibchen suchen nach der Paarung einen geeignetenWurzelstock auf; die Eiablage erfolgt bis zu 50 cm tief geschützt an der Übergangzone zwischen Erde und moderndem Wurzelwerk/stock. Das Ei selbst liegt im Erdbereich dicht am modernden Holz. Die Eier beginnen in der Regel innerhalb von 14 Tagen zu quellen und der Schlupf kann erfolgen.

Die Larve ist direkt nach dem Schlupf glasig, nahezu durchsichtig. In den nächsten Tagen frißt sie im humosen erdigen Bereich, bevor sie sich ins modernde Holz begibt. Dies ist wohl die empfindlichste Phase im Leben der Hirschkäfer. Mechanischer Druck auf Junglarven ist sofort tödlich!

Nach wenigen Tagen ist die nun etwas über Streichholzkopf große Larve bereits ausgefärbt und der Darmtrakt gefüllt.

Die Larve frisst sich durch das modernde Holz. Sie legt Gänge an und produziert paketförmige Kotballen, die wieder verbaut werden. Das angemoderte Holz wird dabei systematisch durch Symbiose mit Mikroorganismen und mehrmaligen Verzehr zu Humus verarbeitet. Das Substrat wird im Laufe dieser Entwicklungsphase mehrmals durchfressen.

Sie wächst und häutet sich mindestens 3-mal und kann bis zu 16 g schwer werden. Im Mai/Juni des Vorjahres entscheidet sich die Larve zur Verwandlung in einen Käfer. Sie hat dazu ab dem dritten Lebensjahr jährlich im Mai/Juni Gelegenheit. Im Einzelfällen kann dies bis zum 7. Lebensjahr dauern. Die Gründe dafür sind oligofaktorisch (Nahrungsvorrat, Genetik, Störungen, Gruppendynamik). Entsprechend groß können die späteren Unterschiede in den Käfergrößen sein. Zur Einleitung der Metamorphose verlässt die Larve das modernde Holz und baut sich im Erdreich eine Erdhülle, indem sie selbst Erde aufnimmt und verarbeitet. Sie baut eine stabile, isolierte Erdkammer mit großzügigem Innenraum. Nach der Fertigstellung verändert sich ihre Larvenstruktur. Als Vorpuppe mit pergamentartiger Hülle und bereits verschlossenen Körperöffnungen liegt sie einige Tage in der von Ihr ausgestalteten Hülle. Sie ist noch begrenzt bewegungsfähig, die Entscheidung zur Verwandlung ist aber unwiderruflich gefallen.

Die Larve verwandelt sich zur Puppe, die sich ebenfalls in der Erdkugel bewegen (drehen) kann. Die beiden hinteren Körperfortsätze dienen dabei als Hebel. Beim Männchen sind die geweihartigen Mandibeln bereits gut zu erkennen. Die Puppenzeit kann bis zu 60 Tagen dauern. Im späteren Puppenstadium beginnt bereits die Ausfärbung.

Ab Mitte August/September liegen bereits die fertigen Käfer voll mit Energievorräten in der Puppenwiege. Dort überwintern sie geschützt vor Frost in Tiefen bis 30 cm. Im April/Mai verlassen sie die Erdhülle und graben sich nach oben, dicht unter die Erdoberfläche und warten dort auf geeigneten abendlichen Schlupftermin. Die Männchen beginnen mit dem Schlüpfen ab Mitte Mai, die Weibchen meist erst um die Monatswende Mai/Juni.

Nun beginnt die eigentliche Hirschkäferzeit. In dieser nur wenige Wochen andauernden Zeit führen die Käfer ein oftmals sehr hektisches Leben, in dem sich alles um die erfolgreiche Paarung und spätere Eiablage dreht. Dieses Leben ist oft von langen witterungsbedingten Ruhe- und Versteckphasen gekennzeichnet.